Vietnam – eine Reise in die Geschichte

Marino Picciati Experience 0 Kommentare

Es war schon immer ein grosser Wunsch von mir, dieses Land zu bereisen. Einerseits weil mich die turbulente Vergangenheit interessierte und andererseits weil im südasiatischen Raum touristisch noch nicht so erschlossen ist wie z.B. Thailand.

Mit grossen Erwartungen habe ich mich ins Abenteuer Vietnam gestürzt und wurde nicht enttäuscht. Obwohl der Tourismus an manchen Orten auch heute noch in den Kinderschuhen steckt, findet man fast überall eine komfortable Unterkunft.

Als am 30. April 1975 der Vietnamkrieg durch die Eroberung der Stadt Saigon durch nordvietnamesische Truppen beendet wurde und der unabhängige Staat Vietnam ausgerufen wurde, hat sich in diesem Land vieles getan. Einige hätten es nicht für möglich gehalten, nachdem grosse Teile des Landes in Schutt und Asche lagen. Die fleissige Bevölkerung hat es jedoch geschafft in etwas mehr als 30 Jahren das Land wieder aufzubauen.

Der Norden

Meine Reise beginnt nach einem 14-stündigen Flug in Hanoi, der politischen Hauptstadt im Norden Vietnams. Die pulsierende Stadt hebt sich durch das bunte Treiben auf den Strassen und Gassen ab. Die hunderttausend Motorräder, welche die Strassen füllen, sind sehr gewöhnungsbedürftig. Da gilt bei Strassenüberquerungen jeweils das Motto «Augen zu und durch». Der Besuch des Ho Chi Minh Mausoleums war beeindruckend. Auch heute noch pilgern täglich Tausende von Vietnamesen an diesen Ort. Nach 3 eindrucksvollen Tagen ging meine Reise weiter Richtung Halong Bay.

Das berühmte Ho Chi Minh Mausoleum

Das berühmte Ho Chi Minh Mausoleum

 

Nach einer dreistündigen Taxifahrt erreichte ich die weltbekannte Bucht. Das UNESCO-Weltnaturerbe beeindruckt durch seine mehr als 2‘000 Kalksteinfelsen. Meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen. Damit man die Halong Bay in seiner vollen Grösse bestaunen kann, muss man unbedingt eine zweitägige Schifffahrt auf einer Dschunke machen. Ein feines Nachtessen bei Sonnenuntergang und die Übernachtung bei sternenklarem Himmel rundeten die perfekten zwei Seetage ab.

Wundervoller Sonnenuntergang über der Halong Bay

Wundervoller Sonnenuntergang über der Halong Bay

 

Die Mitte Vietnams

Mit vielen Eindrück der Halong Bay führte mich meine Reise mit dem Flug nach Danang in die Mitte Vietnams. Nach einem 45 minütigen Flug von Hanoi aus, erreichte ich Danang. Die Hafenstadt war bis 1975 der wichtigste Stützpunkt der US-Armee während des Vietnamkrieges. Aus dem Stützpunkt wurde ein wichtiger Hafen und Ferienort. Fünfsterne Hotels und Geschäftshäuser, welche alle nach dem Krieg erbaut wurden, erinnern schon fast ein wenig an Las Vegas.

Weiter fuhren wir in Richtung Hoi An: Ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe. Das kleine Städtchen wurde, zum Glück vom Krieg verschont. Die Hafenstadt erlebte zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert eine prosperierende Zeit. Europäische, Chinesische und Japanische Handelsleute liessen sich hier nieder. Die Altstadt erinnert stark an ein Freilichtmuseum. Da die Altstadt Auto- / und Motorradfrei ist, kann man gemütlich an verschiedenen Seiden-Boutiquen entlang flanieren und sich in einem der verschiedenen Restaurants kulinarisch verwöhnen lassen. Nach drei erlebnisrechen Tagen in Hoi An fuhren wir weiter Richtung Hue, die ehemalige Kaiserstadt und Sitz der letzten regierenden Herrscherdynastie. Die imposante Zitadelle, in welcher sich auch die verbotene Stadt befand, die während dem Krieg zerstört wurde, ist nach dem Vorbild in Peking gebaut worden und ist seit 1993 UNESCO Weltkulturerbe.

Die Altstadt von Hoi An

Die Altstadt von Hoi An

Die Dai Noi Zitadelle in Hue

Die Dai Noi Zitadelle in Hue

 

Der Süden

Das nächste Abenteuer war angesagt: Saigon. Ho Chi Minh, wie die Stadt nach dem Krieg benannt wurde, ist die grösste und wichtigste Stadt Vietnams. Nach einem feinen Essen mit Nudelsuppe und Chicken besuchte ich das noch intakte Postgebäude von Saigon, welches im Kolonialstil erbaut wurde. Die unzähligen Fotos im Kriegsmuseum, welche von Kriegsreportern geschossen wurden, dokumentieren eindrücklich die Grausamkeiten des Vietnamkriegs. Umso erstaunlicher ist es, mit welchem Respekt und welcher Freundlichkeit, auch Amerikanern gegenüber, man überall in Vietnam empfangen wird. Am Abend ging ich zu Fuss zum Nachtmarkt und fand das tolle Openair Restaurant «Barbeque Garden». Die Mitte des Tisches bestand aus einem Grill, auf dem man das bestellte Fleisch sowie Meeresfrüchte selber grillieren konnte. Nach dem feinen Essen begab ich mich in das Jazz Cafe «Sax’n‘Art». Dieses Lokal kann ich jedem Saxophon-Liebhaber empfehlen. Der international bekannte Saxvirtuose Tran Manh Tuan spielt in seinem Lokal jeden Abend mit verschiedenen nationalen und internationalen Gästen. Am nächsten Morgen stand der Besuch des Präsidentenpalastes auf dem Programm. Danach ging’s weiter in Richtung Mekong. Die Mutter aller Flüsse in Asien.

Die Skyline von Saigon

Die Skyline von Saigon

 

Der Mekong erstreckt sich von seiner Quelle im tibetischen Hochland über eine Strecke von 4500 km bis er in Vietnam im südchinesischen Meer mündet. Die wunderschöne Gegend lässt sich am besten mit dem Boot bestaunen. Auf dem schönsten schwimmenden Markt werden Fische, Gemüse und Obst von Fischkutter zu Fischkutter verkauft. Das Wohl von Millionen von Menschen ist auf Gedeih und Verderben mit dem Schicksal des Flusses verbunden.

Meine Vietnam-Reise endete in Chau Doc mit vielen imposanten Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck. Wahrlich eine Reise die es in sich hatte.

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Warum nicht mal auf einem schwimmenden Markt einkaufen?

Warum nicht mal auf einem schwimmenden Markt einkaufen?

Wundervolles Vietnam

Wundervolles Vietnam

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